Lebendiges
Herzogenried

Die Wohnhausbebauung des Herzogenried gibt es seit der ersten Bundesgartenschau in Mannheim 1975 und mit ihr wurde die Idee des „Wohnen im Grünen“ in der Nähe zur Innenstadt umgesetzt. Die Wohnhäuser wurden im Halbkreis um den Herzogenriedpark und eine Kleingartenanlage herum gebaut. Der Autoverkehr ist im Viertel weitgehend ausgeschlossen und zwischen den Gebäuden liegen große grüne Freiflächen.

Aktuell leben im Herzogenried fast 8000 Menschen aus 146 Nationen. Es gibt Mietwohnungen, Sozialwohnungen und Eigentumswohnungen. Es gibt Hochhäuser, Etagenhäuser, aber auch versteckte Bungalows und hoch gelegene Penthäuser. Es gibt behinderten- und altersgerechte Wohnungen, Familienwohnungen und Studentenwohnungen. So findet man im Herzogenried ein lebendiges Miteinander von Menschen in unterschiedlichen Lebenslagen, die in ihrem Leben teils sehr unterschiedliche Herausforderungen meistern müssen.

Mural "Hundertwasser" am Brunnengarten 6

Die Broschüre „Lebendiges Herzogenried“, die Sie vor sich haben, nimmt den 50. Geburtstag des Viertels zum Anlass, das Miteinander in diesem Viertel aufscheinen zu lassen. Ich möchte Sie auf einen Spaziergang mitnehmen, um Ihnen zu zeigen, an wie vielen Orten man sich hier im Herzogenried begegnen und in Kontakt mit anderen Menschen kommen kann. Es sind solche Begegnungen, über die wir uns selbst und das Zusammenleben im Viertel stärken können.

Die Broschüre soll den Menschen, die neu ins Herzogenried ziehen, einen schnellen
und knappen Überblick verschaffen, was Kinder und Jugendliche, was Erwachsene und Senioren hier machen können, wo es zum Beispiel Angebote zu den verschiedenen Themen und Schwerpunkten gibt und wer jeweils die Ansprechpartner sind, die einem mit konkreten Informationen weiter helfen können.

Aber vielleicht werden auch Menschen, die schon länger hier wohnen, in der Broschüre das ein oder andere Angebot im Herzogenried finden, das sie anspricht, von dem sie aber bisher noch gar nichts wussten.

Was die Broschüre bietet – und was sie nicht bietet

Die Broschüre fokussiert sich auf Begegnungsmöglichkeiten aller Altersgruppen. Sie beschreibt die Arbeit von Menschen, die sich beruflich oder ehrenamtlich vor Ort einbringen. Sie führt uns zu sozialen Einrichtungen, zu speziellen Angeboten, Projekten und Initiativen.

Die Broschüre beschreibt aber nicht die Einkaufsmöglichkeiten und Restaurants, auch nicht die Schul-und Kindergarten- und Ärzteversorgung im Herzogenried. In der herzog*in, Ausgabe 65, finden Sie einen Stadtplan zu diesen Themen.

Die Broschüre wird auf der Webseite des Quartiermanagement abrufbar sein und auch aktualisiert werden.

In eigener Sache

Als begeisterte Herzogenriedlerin habe ich mir mit dieser Broschüre einen Wunsch erfüllt. Es hat mir große Freude gemacht, diese Seiten zusammenzustellen. Ich wohne sehr gerne hier und freue mich immer wieder über die Lebendigkeit, die Vielfalt und den Einfallsreichtum der Menschen, die in unserem Quartier wohnen und die unser Viertel mitgestalten. Deshalb war es mir auch ein so großes Anliegen, dieses aktive Miteinander in unserem „Dorf“ einmal ausführlich zu dokumentieren.

Die Informationen zu den einzelnen Kapiteln stammen aus Interviews, die ich mit Leuten aus dem Viertel geführt habe. Darüber hinaus habe ich Texte ausgewertet, die ich im Web gefunden habe oder die mir vom Quartiermanagement überlassen wurden.

Einige der aktiven Personen haben eigene Texte zu ihren Angeboten verfasst, die habe ich gerne übernommen. An einigen Stellen habe ich Artikel aus der Stadtteilzeitung „herzog*in“ eingefügt, an der ich selbst von 2020-2024 mitgearbeitet habe.

Blick von einem Hochhaus über die Siedlung Herzogenried

Die Broschüre masst sich keine Vollständigkeit an. Wenn es Gruppen oder Angebote gibt, die ich übersehen haben, dann würde ich mich freuen, wenn diese sich im Quartiermanagement melden und wir den Text entsprechend ergänzen können.

Ich danke allen, die mich in diesem Projekt unterstützt haben, die ihre Gedanken und Informationen mit mir teilten, die weitere Hinweise auf interessante Aktivitäten eingebracht und oft auch selbst etwas geschrieben haben. Ganz besonders möchte ich mich bei Steffen Gassenferth bedanken, unserem Quartiermanager. Er hat immer zu diesem Projekt gestanden.

Ich danke auch Friedlinde für ihr geduldiges Redigieren des Textes.[1]

Und ebenfalls ein Dank an Michael Baier, von dem so viele Fotos für das ‚Herzogenried Fotoarchiv‘ des Quartiermanagements stammen, aus dem ich mich bedienen durfte.

Ihnen wünsche ich viel Vergnügen beim Lesen und beim Erkunden dieses eindrucksvollen und lebendigen Viertel, das so ganz anders ist als viele in Mannheim denken. Oder haben Sie schon einmal erlebt, dass ein Deutschrapper seine Fans zu einem Videodreh an einem Wohnhaus in diesem Viertel einlädt?

 

Januar 2026, Monika Schleicher (Interessengemeinschaft Herzogenried/stellv. Vorsitzende Förderverein Stadtteilbibliothek Herzogenried)

Fotos: Michael Baier