
Der Verein der Gartenfreunde Mannheim-Herzogenried e. V. gehört heute zu einem der ältesten Vereine in der Region. 1919 schlossen sich drei Kleingartenvereine im Gebiet des Herzogenried zu einem Verein zusammen und er bekam den Namen „Kleingartenverein Mannheim-Neckarstadt gegr. 1919“.
1941 wurden die Grünflächen zum Gemüseanbau umgearbeitet und nach 1945 entwickelte sich aus den bewirtschafteten Flächen ein städtischer Schulgarten. 1958 wurde dem Verein eine Daueranlage mit etwa 127 Gärten in Aussicht gestellt, die wir heute noch kennen.
Was manche Bewohner*innen des Herzogenried gar nicht wissen: Kleingartenanlagen sind öffentliches Grün, das den Pächtern zur Pflege anvertraut wird. Jeder darf hier spazieren gehen und sich an den offenen Gärten freuen. Und die Gärtner*innen geben sich in der Regel Mühe, allen Besuchern einen besonderen Blick in ihren Garten zu gewähren. Ein Abschotten ist nicht gewünscht.
Der Verein der Kleingärtner Herzogenried will sich auch nicht abschotten. Zusammen mit dem Quartiermanagement und der Interessengemeinschaft Herzogenried veranstaltet er immer wieder Feste, um die Begegnung und das Miteinander im Viertel zu unterstützen. Im Dezember gibt es den Weihnachtsmarkt, auf dem Sommerfest übernimmt der Gartenverein den Bierausschank und im Frühjahr lädt der Verein zum Klatschmohnfest ein, mit Musik, mit Schlemmereien und mit Tanz. Und in den warmen Monaten ist die „Gartenklause“ im Vereinshaus ein beliebter Treffpunkt, wenn Jung und Alt auf der Terrasse ihr Essen genießen.
Das Interesse, einen Garten zu pachten und zu bewirtschaften, ist insbesondere seit der Corona-Pandemie enorm gewachsen. Der Verein der Kleingärtner hat eine lange Warteliste. Allerdings darf man die Zeit, die Arbeit und das Geld, was man investieren muss, um einen Kleingarten als Pächter*in zu unterhalten, nicht unterschätzen.
Deshalb gibt es inzwischen Gartenprojekte, bei denen sich mehrere einen Garten als Gemeinschaftsgarten teilen und ihn gemeinsam bewirtschaften. Direkt im Herzogenried findet man zwei solche Projekte, die Herzoggärten und den Garten auf dem Weg zum neuen Messplatz. Dazu ist ein drittes Projekt gerade im Entstehen, der Gemeinschaftsgarten Wildwuchs.
Bei den Herzogengärten handelt sich dabei um den Garten Nummer 98 in der Kleingartenanlage Herzogenried, den die Interessengemeinschaft Herzogenried e.V. gepachtet hat. Kinder der interkulturellen Walddorfschule und Bewohner*innen des Herzogenrieds bewirtschaften ihn gemeinsam.

Herzoggarten in Kleingartenanlage (Foto: herzog*in, Ausgabe 58)
Falls Sie sich für ein Beet dort interessieren, wenden Sie sich an das Quartiermanagement Am Brunnengarten 8 oder die emailadresse info@ma-herzogenried.de
Sie werden dann erfahren, ob Beete frei sind und können sich gegebenenfalls in eine Warteliste aufnehmen lassen.
Text: Monika Schleicher