
Um das Jugendhaus, Am Herrenried 12, haben die Bewohner des Viertels lange gekämpft. Erst 1982, acht Jahre nach Erstbezug im Herzogenried, war Schlüsselübergabe.
Viele Kinder und Jugendliche, die ihre Freizeit im Jugendhaus verbringen, kommen aus dem Herzogenried. Bei vielen Veranstaltungen des und Projekten des Jugendhauses kommen Menschen aus ganz Mannheim oder sogar aus anderen Städten ins Jugendhaus.
Am Anfang waren Mädchen unter den Jugendlichen unterrepräsentiert. Ariane Reiter aus dem Jugendhaus hat gezielt Mädchentreffs und Mädchengruppen angeboten und erreicht, dass das Verhältnis heute ausgewogener ist. In Kooperation mit der IGMH finden regelmäßig Selbstbehauptungskurse für Jungen und Mädchen statt.
Das Jugendcafé öffnet mittwochs bis freitags von 18-21 Uhr und dient als Treffpunkt für die Jugendlichen im Stadtteil. Für sie gibt es ein Programm mit verschiedenen Angeboten:
Mittwoch: Jugendcafé, Kochen, PC-Angebot
Donnerstag: Jugendcafé, Kochen und nach Vereinbarung Nutzung des Tonstudios
Freitag: Jugendcafé, Kochen, PowerTeens Mädchen
Zusätzlich gibt es für Kinder und Jugendlichen am Dienstag von 17:30-21:00 Uhr Gruppenangebote: Hip – Hop Tanztraining, S!NG Coaching, Offenes K-Pop Tanztraining, Gitarrenunterricht. Die Unterrichtsplätze für Gitarre sind verständlicherweise begrenzt und es gibt eine Warteliste.
Für selbstorganisierte Tanzgruppen stehen dienstags bis freitags ab 17:00 Uhr bis 21:00 Uhr drei Tanzräume zur Verfügung.
Tanz und Gesang sind zentrale Komponenten im Jugendhaus.
Der Mannheimer Streetdance Contest gibt es seit 27 Jahren. Er findet in diesem Jahr am 19. Juli in der Alten Feuerwache stattstatt und richtet sich an die große jugendkulturelle Zielgruppe der Hip – Hop Szene. Eine Jury bewertet die teilnehmenden Tanzgruppen und Solotänzerinnen nach Altersklasse und Wettbewerb. Der Contest ist eine Veranstaltung des Fachbereichs Jugendamt und Gesundheitsamt in Kooperation mit der Alten Feuerwache Mannheim und dem Förderverein des Jugendfreizeithauses Herzogenried e.V. .
Und wer im Wettbewerb SING! – Der Gesangsworkshop unter den förderungswürdigsten sechs ist, bekommt 6 Monate lang professionellen Gesangsunterricht.

Alba Krasniqi, Musikerin und Sozialarbeiterin, zum Jugendhaus Herzogenried
Ich bin 1994 geboren und im Herzogenried aufgewachsen.
Mein Hauptort war das Jugendhaus Herzogenried, ein Ort, an dem ich mich wirklich zuhause gefühlt habe. Dort habe ich viel Zeit verbracht und die Menschen, die sich um uns Kinder gekümmert haben, sind mir ans Herz gewachsen.
Ich war sehr oft dort, zum Tanzen und auch zum Singen, auch weil es ein professionelles Tonstudio gibt. Das ist ja nun wirklich nicht selbstverständlich, dass es in einem Jugendhaus ein Tonstudio gibt, wo du eigene Songs aufnehmen und dann am Ende sagen kannst: ‘hier ist eine CD von mir‘. Der Leiter vom Jugendhaus, hat das Projekt „S!NG“ ins Leben gerufen, das waren Wochenend-Workshops mit professionellen Gesangslehrer*innen, bei denen man Gesangunterricht bei Absolvent*innen der Popakademie gewinnen konnte. Ich hatte das Glück, dass ich das 3 Jahre in Folge gewonnen habe, dann wollte ich Platz machen für andere.
Ich bin für die Zeit wirklich sehr dankbar, ich konnte viele Erfahrung sammeln, auch auf Stadtteilfesten. So fühlte es sich schon früh für mich sehr natürlich an, aufzutreten, zu singen, meine Stimme auf einer Bühne zu präsentieren.
Text: Aus dem Interview von Petra Leinberger und Monika Schleicher mit Alba Krasniqi in der Stadtteilzeitung Herzog*in, 2022
Für die, die bei keinem speziellen Programm mitmachen wollen, gibt es neben Billard, Kicker, Dart, Tischtennis und Basketball zusätzlich die gemütliche Lounge.
Dort kann man gemeinsam fernsehen, in Jugendzeitschriften blättern oder es kann einfach ‚nur‘ gequatscht werden.
Im „Zockerparadies“ laden außerdem verschiedene Nintendo Switch-Spiele zum Spaß an der Konsole ein. Und jeden Monat wird ein Jugendhaus-Champion gesucht, egal ob in Billard, Dart oder Tischtennis.
Mehrmals die Woche können Kinder und Jugendliche beim Kochen und Backen neues ausprobieren und dabei lernen, wie Lebensmittel zubereitet und Küchengeräte genutzt werden. Nebenbei setzen sie sich mit regionaler und saisonaler Kost auseinander oder probieren sich in der internationalen Küche aus.
Es gibt sogar eine Cateringgruppe, die auch ganze Menüs oder Fingerfood für 100 Personen zubereiten kann und verschiedenste Events bekocht.
Ariane Reiter aus dem Jugendhaus erzählt von der Entstehung der Cateringgruppe
Eine Kochgruppe, mit der ich gekocht habe, wollte irgendwann für andere kochen, hat Freunde eingeladen und für sie ein 4 Gänge Menü zubereitet. Dann haben sie für ihre Eltern gekocht und so entstand die Idee: lasst uns doch ganz allgemein für andere kochen. Dann haben wir ein Konzept dazu entwickelt und es entstand die Catering Crew „Kochen mit Liebe“. Wenn heute eine Anfrage zu einem Catering kommt schreiben die Jugendlichen das Angebot, berechnen die Menge der Lebensmittel die sie für die Zubereitung brauchen und was das kostet. Sie machen die Kalkulation so, dass für die Gruppe noch etwas übrigbleibt. Den Gewinn verwaltet der Förderverein des Jugendhauses. Die Catering Gruppe entscheidet selbst für welche Aktionen sie ihr erwirtschaftetes Geld ausgeben möchte. Einmal hat es sogar für ein Workcamp in die Bretagne gereicht. Es kommen immer wieder Jugendliche nach, auch weil sie es spannend finden, selbst Geld zu verdienen.
Wir haben hier im Jugendhaus schon für 120 Menschen gekocht. Wenn ein Catering außerhalb des Jugendhauseses stattfindet, kommen wir an unsere Grenzen. Dann wird es kompliziert und alles muss gut organisiert werden.
Die Jugendlichen lernen sehr viel über das Kochen, aber auch betriebswirtschaftliche Aspekte. Die drei großen „K“ Kochen, Kalkulation, Kundenkontakt stellen eine große Herausforderung mit vielen Entwicklungschancen für unsere Jugendlichen dar. Das Projekt gibt ihnen einen Einblick in die Arbeitswelt mit ihren Chancen und Verpflichtungen und vermittelt aber zudem auch noch eine Menge Spaß!
Zwei Jugendliche aus der Catering Crew haben sich für eine Ausbildung als Köchin und Beiköchin entschieden. Wir hoffen, das Projekt läuft noch lange.
Konnten wir Ihr/Euer Interesse wecken?
Kommt einfach vorbei und schaut vielleicht auch einmal auf die Webseite des Jugendhauses: https://herzogenried.majo.de
Text: Monika Schleicher nach Interview mit Ariane Reiter